Bildungspreis

Der Deutsche Arbeitgeberpreis für Bildung 2017 zeichnet Bildungskonzepte aus, mit denen das Interesse und die Begeisterung von Mädchen bzw. jungen Frauen für Technik und Digitalisierung gezielt unterstützt und Zukunftskompetenzen nachhaltig gefördert werden. Partner sind auch 2017 die Deutsche Bahn AG und die Deutsche Telekom AG.

Der Hochtechnologiestandort Deutschland braucht dringend Technikerinnen, Meisterinnen Ingenieurinnen und Informatikerinnen. Technische Fähigkeiten und digitale Kompetenzen werden aber auch in allen anderen Berufen und Tätigkeitsfeldern immer wichtiger. Deshalb muss jede Bildungsstufe die Mädchen und jungen Frauen gezielt für Technik, Digitales und Innovationen begeistern und ihnen die notwendigen Kompetenzen vermitteln.

Wenn es um Technik und Digitalisierung geht, werden immer noch zu viele Mädchen und junge Frauen von Vorurteilen gebremst. Dadurch werden Talente und Fähigkeiten nicht genutzt und wertvolle Potenziale gehen verloren. Hier müssen alle Beteiligten gegensteuern. 

Mit dem Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung wollen wir 2017 erfolgreiche Praxisbeispiele von Kindertageseinrichtungen, Schulen, Berufsschulen und Hochschulen auszeichnen, die das Interesse und die Begeisterung von Mädchen und jungen Frauen für Technik und Digitalisierung gezielt unterstützen und nachhaltig fördern. 

Tageseinrichtung für Kinder Solitudestraße in Stuttgart, Baden-Württemberg

Für die „Tageseinrichtung für Kinder Solitudestraße“ gehört die Förderung von MINT-Interesse bereits seit über 10 Jahren zu den zentralen Zielen ihres pädagogischen Konzepts. In enger Bildungspartnerschaft mit der Robert Bosch GmbH, Standort Feuerbach, setzt die Tageseinrichtung schon früh auf Projektarbeit und wechselnde Schwerpunktthemen, die eng mit der realen Lebenswelt der Kinder zusammenhängen. Die ausgewiesene Gendersensibilität bei Lehrpersonen und Kooperationspartnern nimmt dabei insbesondere die Mädchen in den Blick und unterstützt sie beim Austesten und Ausbau ihrer technischen Fähigkeiten und Neugierde.

Sie lernen Vorbildfrauen in technischen Berufen kennen und weibliche Auszubildende, die zur Freude der Mädchen auch schon mal mit dem Motorrad vorfahren. Das aktuelle Projekt „Türme und ihre Funktionen“ entstand auf Initiative einer Mädchengruppe und richtet sich an Kinder von 5-6 Jahren. Neben der Sprachförderung und der Unterstützung von Medienkompetenz werden kindgerecht das mathematisch-logische Denken und das technisch-naturwissenschaftlichem und wirtschaftliche Verständnis unterstützt. Das Projektfinale findet jeweils im Ausbildungszentrum der Robert Bosch GmbH statt, in der die Kinder technische Berufe aus der Nähe erleben und ihre eigenen Fähigkeiten testen können.

Viktor-Karell-Schule, Landau an der Isar, Bayern

Die niederbayerische Realschule hat ihr MINT-Profil weit entwickelt und in diesen Rahmen eine „Girls Day Akademie“ für ihre Schülerinnen integriert. Das Wahlfach für Mädchen aus den Klassen 7, 8 und 9 schließt Stärkenanalysen und Schlüsselkompetenzen ebenso ein wie Unternehmensbesuche und Praxiserfahrungen. Auch die nachhaltige und praxisnahe Berufsorientierung der Schule steht unter dem Zeichen von MINT, dabei konnten im Ergebnis mehr Mädchen von technischen Berufen überzeugt werden.

Bei „Jugend forscht“ erzielten gerade die Mädchenteams der Schule die größten Erfolge. Die Realschule kooperiert mit Unternehmen aus der Region und der TH Deggendorf. Um noch früher das Interesse zu wecken, wurde die 5. Klasse zur Forscherklasse mit einer wöchentlichen Experimentierstunde. Die Schule hat zudem ein Konzept zur digitalen Bildung entwickelt, setzt Tablets und Apps für das Lehren und Lernen ein und kooperiert mit IT-Firmen, auch in der „Girls Day Akademie“. Lernzielkontrollen sichern die Qualität. Die bereits als MINT-freundlich ausgezeichnete Schule steht beispielhaft für die gelungene Integration eines starken Elements wie der „Girls Day Akademie“ in das Schulkonzept und -profil.

Max-Eyth-Schule in Kassel, Hessen

Die Max-Eyth-Schule Kassel ist eine selbständige berufliche Schule mit ausgeprägtem MINT-Schwerpunkt. Sie deckt alle MINT-Berufsfelder ab und ist als „MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet. In ihrem Konzept zur Förderung von Mädchen und Frauen nimmt sie sowohl Schülerinnen von abgebenden Schulen, angehende Abiturientinnen, Absolventinnen ihrer Fachoberschule und Fachschule für Technik als auch weibliche Auszubildende in unterschiedlichen technischen Ausbildungsberufen in den Blick. Mit ihrem Schulentwicklungsprojekt „Junge Frauen in MINT-Berufe“ zeigt die Schule bereits seit 2007 eine ausgeprägte Gender-Sensibilisierung. Auch die Lehrkräfte werden gezielt unterstützt und für diese Aufgaben qualifiziert.

In ziel- und altersgruppenspezifischen Workshops und individuellen Schnuppertage mit einem vielfältigen Technikangebot können interessierte Schülerinnen u.a. in Elektro-, Kunststoff-, Steuerungs- und Gesundheitstechnik, in Werkstoffprüfung, Konstruktion und Metallbearbeitung praktische Erfahrung sammeln. Auch bei ihren Berufsschülerinnen baut sie auf ein modernes didaktisches Konzept. So werden Lernkompetenzen über eine Online-Plattform und digitale Diagnosetests unterstützt. Die Schule nutzt ihre Kooperationen zu Unternehmen, Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen und Stiftungen auch zur Evaluation und stetigen Verbesserung ihrer Arbeit.

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Die größte Berliner Hochschule für angewandte Wissenschaften (Standort: Karlshorst) bietet seit 2009 den Studiengang „Informatik und Wirtschaft“ ausschließlich für Frauen an. Jedes Jahr stehen 40 Studienplätze zur Verfügung, die Bewerberinnenzahlen liegen deutlich darüber mit steigender Tendenz. Das Studienprogramm ist sehr praxisnah aufgebaut: Die Studentinnen lernen innerhalb der sechs Semester mindestens zehn verschiedene Unternehmen kennen und führen konkrete Aufträge für reale Auftraggeber aus – dementsprechend reibungslos gelingt später der Übergang in die Arbeitswelt. Vermittelt werden im Studium Informatikwissen, aber auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse und soziale Kompetenzen.

Dem Studiengang gelingt es dabei durch seine Außendarstellung und die Zusammenarbeit mit Schulen auffallend gut, auch junge Frauen anzusprechen, die vorher noch keinen Kontakt zur Informatik hatten. In der Lehre wird mit Projektarbeit, Hackathons und Lernteamcoaching auf die neueste Didaktik gesetzt. Hohe E-Learning-Anteile verbessern die Vereinbarkeit von Studium und Familie. Ein sehr gutes Kooperationsnetz mit Schulen und Unternehmen und eine breite  Alumnae-Arbeit runden das Konzept ab. Die Europäische Kommission würdigte den Studiengang mit der Auszeichnung „Digital Impact Organisation of the Year 2013“.

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